Folgeoperationen

a) angleichende Brustverkleinerung der Gegenseite:

1. Wie lange dauert es, bis alle Operationen durchgeführt wurden?

Man muß fast mit 1 Jahr rechnen. Nach dem Eigengewebsaufbau der Brust sollte etwa nach einem viertel bis halben Jahr- sofern nötig- die angleichende Brustverkleinerung der Gegenseite durchgeführt werden. Denn erst nach dieser Zeit hat sich das Gewebe der rekonstruierten Seite soweit stabilisiert und eventuell noch in seiner Position etwas verändert, dass man von einem endgültigen Resultat sprechen und daher die weiteren OPs planen kann.

Die Bildung der Brustwarze wird wiederum ein viertel Jahr später durchgeführt und die Tätowierung des Brustwarzenhofes ebenfalls ein weiteres viertel Jahr später, wenn die Narben der Brustwarzenbildung verheilt sind. Wenn man mehrere Operationsschritte gleichzeitig macht, was man durchaus machen kann, dann birgt dies die Gefahr der Asymmetrie, da sich das Gewebe immer noch in den Wochen und Monaten nach der Operation verändert. Wir empfehlen daher die oben genannten Zeiträume.

Wann kann man frühestens mit der angleichenden Brustverkleinerung der Gegenseite beginnen?

Frühestens nach 6 Wochen, besser nach 3-6 Monaten. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass das Gewebe der rekonstruierten Brust sich noch in Größe und Form verändert und auch noch ein wenig in seiner Position absackt.

Wie lange muß ich für die Brustverkleinerung der Gegenseite im Krankenhaus bleiben?

Normalerweise nicht länger als 1 Woche, eher nur 2-5 Tage.

Ist die Brustverkleinerung sehr schmerzhaft?

Nein, viele Frauen denken zwar, dass gerade Schnitte oder Narben an der Brust sehr schmerzhaft sind und haben große Angst vor dem Entfernen der Drainagen (weil sie eventuell schon einmal ein Drainage sehr schmerzhaft aus dem Knie o.ä. entfernt bekommen haben). Aber obwohl die Brust insgesamt ein sehr sensibeles Organ und hier insbesondere die Brustwarze ist, so ist eine Brustverkleinerung nicht übermäßig schmerzhaft.

5. Wie verlaufen die Narben?

Je nach der Technik, die der Operateur anwendet, sind die Verläufe der Narben unterschiedlich. Auf jeden Fall wird es eine kreisrunde Narbe um den Brustwarzenhof am Übergang der Brustwarzenhofhaut zur Brusthaut geben. Fast immer muß man auch mit einer vom Brustwarzenhofrand senkrecht nach unten zur Unterbrustfalte laufenden Narbe rechen und in den meisten Fällen auch mit einer mehr oder weniger langen Narbe im Verlauf der Unterbrustfalte. Man bezeichnet diesen Narbenverlauf als T- förmig, weil er einem umgedrehten T entspricht.

6. Wird sich das Gefühl an der Brustwarze durch die Operation verändern?

Ja, das Gefühl nimmt auf jeden Fall ab. Allerdings berichten sehr viele Frauen, dass sich das Gefühl in den Monaten nach der Operation wieder gebessert hat. Man sollte jedoch davon ausgehen, dass es nicht mehr so normal sein wird wie vor der Operation. Eine dauerhafte, völlige Taubheit kann vorkommen, ist aber eher selten.

7. Ich habe gehört, dass bei der Operation die Durchblutung der Brustwarze gestört sein kann, ja, dass die Brustwarze sogar ganz absterben kann. Ist das richtig und wenn ja, was kann man in dem Fall dann machen?

Dies ist leider richtig, wenngleich sehr selten. In der Literatur gibt es Angaben, dass es etwa in 1% der Fälle einer Brustverkleinerung zu einem völligen Absterben der Brustwarze und des Brustwarzenhofes kommen kann. Etwas häufiger (ca. 5%) ist das Absterben von Teilen des Brustwarzenhofes. Wenn ein Teil des Brustwarzenhofes abstirbt, dann entrundet sich der Brustwarzenhof an der Stelle der Minderdurchblutung und verbleibt nach Abfallen der schwarzen Kruste als verbreiterte Narbe, die heller ist als die pigmentierte Brustwarzenhaut.

Wenn die gesamte Brustwarze mit dem Brustwarzenhof abstirbt, dann muß man versuchen, die Brustwarze und den Brustwarzenhof durch eine Rekonstruktion wiederherzustellen. In der Regel wird dies nicht während desselben Krankenhausaufenthaltes gemacht sondern erst nach einigen Wochen bis Monaten (s. Technik der Brustwarzen (hof-)bildung).

8. Muß ich vor der angleichenden Brustverkleinerung eine Mammographie machen lassen?

Ja, wenn Sie älter als 35 Jahre sind, sollte man vor einer Brustverkleinerungsoperation eine sogenannte Basismammographie machen. Wenn Sie Brustkrebs hatten, dann sollten Sie im Rahmen der Nachsorgeintervalle, wie sie Ihr Arzt Ihnen an die Hand gegeben hat, vor der Operation eine Mammographie durchführen lassen.

10. Muß ich nach der Angleichung einen speziellen BH tragen?

Nicht zwingend. Im Allgemeinen hat es sich jedoch bewährt, einen sogenannten Kompressions-BH, das ist ein spezieller Reduktions- BH, der Ihnen von einem Sanitätsfachgeschäft angepasst wird, für etwa 6 Wochen zu tragen. Dieser enthält keinen Bügel, der auf die Narbe in der unteren Brustfalte drücken könnte und meist einen Verschluß vorne, so dass man ihn z.B. für Verbandswechsel leichter öffnen und schließen kann.

Nach diesen 6 Wochen werden Sie- bei normalem Verlauf der Brustoperationen, endlich wieder einen eigenen, für sie passenden BH ohne Einlage in einem normalen Kaufhaus kaufen können- ein Gefühl, auf das sich alle Frauen, die eine erfolgreiche Brustrekonstruktion hinter sich hatten, stets nach unserer Erfahrung gefreut haben.

11. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Operation?

Ja, ohne Einschränkungen, denn die Wiederherstellung der Symmetrie nach Rekonstruktion der Brust ist ein wesentlicher Bestandteil des Wiederaufbaus und wird daher von der Krankenkasse bezahlt.

12. Wie lange dauert die Operation zur Angleichung der Brust?

Die Operation selber dauert etwa 60 -120 Minuten, meist etwa 90 Minuten. Sie dauert also wesentlich weniger lange als die Brustrekonstruktion mit Eigengewebe.

13. Wie lange dauert hierfür der stationäre Aufenthalt?

Meist weniger als 1 Woche, in der Regel etwa 2-7 Tage.

b) Rekonstruktion der Brustwarze und des Brustwarzenhofes

1. Wie wird die Brustwarze rekonstruiert?

Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten, eine Brustwarze zu rekonstruieren. In den meisten Fällen wird die Haut genommen, die sich an dem Ort befindet, wo die neue Brustwarze entstehen soll. Durch kunstvolles Schwenken von 2 oder 3 Flügeln dieser ortsständigen Haut entsteht eine neue Brustwarze, die durchaus der eigentlichen Brustwarze sehr ähnlich sieht. Allerdings hat sie kein Gefühl und natürlich keine Funktion wie die natürliche Brustwarze, sie kann sich auf Kälte oder sexuelle Erregung auch nicht aufrichten. Dennoch ist sie eine gute Imitation der natürlichen Brustwarze.Wir verwenden einen sogenannten modifizierten star- flap, bei dem die Haut mit 3 gegeneinander vernähten Flügeln gebildet wird.

Muß ich dafür eine Narkose haben?

Nein, normalerweise ist die Haut der rekonstruierten Brust relativ taub, so dass die Bildung der Brustwarze in örtlicher Betäubung durchgeführt wird.

Wie lange dauert die Operation?

Die Operation dauert weniger als 1 Stunde.

Muß ich für die Brustwarzenrekonstruktion im Krankenhaus bleiben und wenn ja, wie lange?

Grundsätzlich kann die Brustwarze ambulant rekonstruiert werden, in den meisten Fällen empfiehlt sich jedoch ein etwa 2-3tägiger Krankenhausaufenthalt, da oft im Zusammenhang mit der Brustwarzenrekonstruktion noch kleinere Korrekturen des Wiederaufbaus mit durchgeführt werden oder der Brustwarzenhof z.B. durch eine Vollhautverpflanzung rekonstruiert wird. Dann sollte man etwa 5-7 Tage stationären Krankenhausaufenthalt einrechnen.

5. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Operation?

Ja, denn auch die Rekonstruktion der Brustwarze und des Brustwarzenhofes gehört zu einer Wiederherstellung der Brust, sonst wäre sie nicht vollständig.

6. Wird der Brustwarzenhof in derselben Operation mit rekonstruiert oder wird das später durchgeführt?

Man kann den Brustwarzenhof in derselben Operation mit rekonstruieren, z.B. durch eine Vollhauttransplantation. Diese kann aus der Oberlidhaut, wenn hier genügend überschüssige Haut vorhanden ist, oder aus der Leiste entnommen werden. Manche Ärzte nehmen auch die Haut der Schamlippen, da diese etwas dunkler pigmentiert ist. Wir lassen diese Körperregion jedoch intakt und tätowieren lieber die Vollhaut aus der Leiste oder den Oberlidern dunkler.

7. Welche Techniken zur Rekonstruktion des Brustwarzenhofes gibt es? Ich habe gehört, dass manche Ärzte dafür die Haut der Schamlippen verwenden, stimmt das?

Der Brustwarzenhof wird meist durch eine Vollhauttransplantation aus der Leiste oder von der Haut der Oberlider rekonstruiert. Man kann auch die Haut der Schamlippen verwenden, da diese natürlicher Weise etwas dunkler pigmentiert ist und man sich dadurch das Tätowieren der verpflanzten Vollhaut erspart. Da jedoch die Farbe des Brustwarzenhofes einer Frau selten mit der Pigmentierung der Schamlippen genau übereinstimmt, verwenden wir diese Technik nicht, sondern tätowieren etwa 3 Monate später die Haut des Brustwarzenhofes.